Sauberer Strom auf 2'257 Metern: Wie ein Second-Life-Batteriespeicher die Sustlihütte versorgt
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Michael Moratti
Wo das öffentliche Stromnetz aufhört, beginnt das alpine Handwerk. Bei der Sanierung der Sustlihütte SAC im Meiental im Kanton Uri stellt die Energieversorgung im Hochgebirge das Team vor besondere Herausforderungen.
Photovoltaisch erzeugte Energie muss effizient genutzt werden, wenn kein Netzkabel in die Höhe führt. In diesem Projekt kommt ein mobiler Batteriespeicher der modual AG zum Einsatz.
Wie funktioniert die autarke Stromversorgung bei Hüttenumbauten im Hochgebirge?
Problem: Photovoltaikanlagen auf alpinen Baustellen sind oft zu klein, um gleichzeitig schwere Baumaschinen zu betreiben und die Kücheninfrastruktur durchgehend zu versorgen.
Lösung: Eine getrennte Lastverteilung. Der mobile Second-Life-Batteriespeicher puffert den gewonnenen Solarstrom und sichert gezielt die Energieversorgung der Hüttenküche.
Nachhaltigkeit: Nach dem Einsatz beim Umbau wird das komplette Speichersystem ohne Materialverschwendung in einer anderen Bergütten-Infrastruktur fest eingebaut.
Die Herausforderung am Sustenpass: Stromversorgung ohne Netzanschluss

Auf 2’257 Metern über Meer weht der Wind anders, und Strom kommt nicht einfach aus der Steckdose.
Während der Umbauphase der Sustlihütte muss der Betrieb für das Handwerkerteam und die Hüttencrew aufrechterhalten werden.
Die installierte Photovoltaikanlage am Hang ist während der Bauphase noch kleiner dimensioniert. Sie reicht schlichtweg nicht aus, um gleichzeitig die energieintensiven Werkzeuge der Baustelle und die Küchengeräte zu speisen.
Um Engpässe zu vermeiden, wird die Energieversorgung aufgeteilt. Die Baustelle nutzt ihre eigenen Stromquellen, während der Batteriespeicher von modual gezielt als Puffer für die Hüttenküche eingesetzt wird. So bleiben Kühlschränke, Licht und Kochgelegenheiten durchgehend einsatzbereit.
Transport per Helikopter: Präzision im alpinen Gelände
Ein Speicher im Gebirge muss extrem robust aufgebaut sein. Da es keinen Zufahrtsweg für Lastwagen gibt, erfolgte der Transport direkt per Helikopter.
Holzkisten-Transport: Die Batteriemodule und die Steuerung wurden in einer stabilen Holzkonstruktion geflogen und direkt vor Ort an den Aufstellcontainern abgesetzt.
Witterungsschutz: Auf dem Berg herrschen schnelle Wetterwechsel. Die Wechselrichter und Anschlüsse sind geschützt an der Aussenseite der Container montiert.
Einfacher Aufbau: Solide Steckverbindungen und ein klares System erlauben eine rasche Inbetriebnahme ohne lange Ausfallzeiten vor Ort.

Second-Life-Technologie: Kein Provisoriumsabfall
Das Grundprinzip der verwendeten Batterietechnologie basiert auf Kreislaufwirtschaft und Wiederverwendung. Gebrauchte Lithium-Ionen-Batterien aus Elektrofahrzeugen besitzen nach ihrem Einsatz im Auto meist noch eine Restkapazität von rund 80 Prozent. Anstatt diese Zellen vorschnell zu recyclen, werden sie von modual geprüft und zu modularen Speichersystemen zusammengebaut.
Ein wesentlicher Vorteil dieses Projekts liegt in der Vermeidung von Abfall:
Zwischennutzung: Der Speicher dient während der Umbauphase der Sustlihütte als verlässliche Stromquelle für die Küche.
Weiterverwendung: Nach Abschluss der Bauarbeiten wird das System nicht entsorgt oder auseinandergebaut, sondern direkt an seinen finalen Bestimmungsort transportiert.
Feste Installation: Die Anlage wird anschliessend in einer anderen Hütte fest eingebaut und leistet dort über Jahre hinweg ihren Dienst.
Dadurch entsteht kein typischer Abfall für ein Provisorium, wie er sonst bei temporären Baustelleninstallationen vorkommt.

Praxis-Erkenntnisse vom Bau: Verlässlichkeit als oberstes Gebot
Im rauen Alltag auf über 2’000 Metern zählt vor allem Funktionstüchtigkeit. Ein Ausfall der Stromversorgung in der Küche bedeutet kalte Verpflegung und unterbrochene Arbeitsabläufe für die Equipe.
Der modual Batteriespeicher fängt die Schwankungen der Sonneneinstrahlung zuverlässig ab. Scheint die Sonne intensiv auf die Solarmodule am Hüttenhang, wird der Speicher zügig geladen. Zieht Nebel auf oder sinkt die Temperatur am Abend, sichert die im Speicher gesammelte Energie den unterbrechungsfreien Küchenbetrieb.

Durch das integrierte Batteriemanagementsystem bleibt der Zustand jeder einzelnen Zelle im Blick, was auch bei schwankenden Temperaturen für die nötige Betriebssicherheit sorgt.
Saubere Energie für die alpinen Infrastrukturen von morgen
Der Einsatz bei der Sustlihütte zeigt, dass durchdachte Energiekonzepte im Hochgebirge machbar und pragmatisch umsetzbar sind. Die Kombination aus gebrauchter Batterietechnik, flexibler Nutzung und einer Nachnutzung in einem Folgeprojekt verbindet Schweizer Handwerkstradition mit moderner Ressourceneffizienz.
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