Batterierecycling und VEG in der Schweiz: Was passiert nach dem Second Life der modual series pro?
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Tobias Straumann
Die Geschichte von modual ist geprägt von Pioniergeist und dem klaren Bekenntnis zu innovativen Nachhaltigkeitslösungen. Wenn voll funktionsfähige Batteriemodule aus Elektrofahrzeugen ausgemustert werden, sehen wir darin kein Abfallprodukt, sondern eine gewaltige Chance. Mit zukunftsweisender Technologie verwandeln wir diese wertvollen Ressourcen in intelligente, skalierbare Energiespeichersysteme.
Doch was passiert am Ende wirklich mit diesen grossen Speichern? Wir beleuchten die Realität des Schweizer Recyclingsystems, sprechen offen über die aktuellen Hürden in Europa und zeigen, warum unsere Speicher einen echten Unterschied machen.
Wie funktioniert das Recycling von Industriebatterien und was passiert mit der Schwarzmasse?
Die vorgezogene Entsorgungsgebühr (VEG) finanziert das Batterierecycling in der Schweiz über die Organisation INOBAT. Spezialisierte Betriebe wie Librec in Biberist oder Batrec in Wimmis übernehmen die Zerlegung der Zellen. Da in ganz Europa aktuell Anlagen für die Endverarbeitung fehlen, muss die gewonnene Schwarzmasse als Gefahrengut ins Ausland transportiert werden. Weil das Recycling derzeit extrem aufwendig und wenig lukrativ ist, verlängert modual die Lebensdauer von intakten Fahrzeugbatterien durch einen Second Life Einsatz. Unsere modual series pro gibt den Zellen weitere 10 bis 15 Jahre Lebenszeit. Danach werden die tonnenschweren Module bequem durch spezialisierte Partner per Lastwagen abgeholt und dem korrekten Recyclingkreislauf übergeben.
Das Schweizer Rücknahmesystem: VEG und INOBAT
Wer in der Schweiz Batterien verkauft oder importiert, unterliegt strengen Regeln. Das System basiert auf der vorgezogenen Entsorgungsgebühr (VEG). Jeder Käufer bezahlt diese Gebühr bereits beim Erwerb einer Batterie. Die Organisation INOBAT verwaltet diese Gelder treuhänderisch und finanziert damit das Sammeln, den Transport sowie die umweltgerechte Entsorgung. Das schafft einen sauberen Kreislauf, auf den wir uns hierzulande verlassen können.
Die Recycler im Vergleich: Batrec und Librec
Für die tatsächliche Verwertung gibt es in der Schweiz spezialisierte Betriebe, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen.
Batrec in Wimmis: Dieser Betrieb im Kanton Bern ist traditionell stark bei Haushaltsbatterien und Spezialbatterien. Die Experten dort nutzen bewährte thermische Verfahren, um Rohstoffe zurückzugewinnen.
Librec in Biberist: Diese Anlage im Kanton Solothurn ist hochmodern und fokussiert sich auf grossformatige Lithium Ionen Batterien aus der Elektromobilität und der Industrie.
Die harte Realität: Fehlende Anlagen und Schwarzmasse als Gefahrengut
Trotz moderner Anlagen wie Librec stehen wir in Europa vor einem massiven logistischen und wirtschaftlichen Problem. Das Recycling von Lithium Ionen Batterien ist wirtschaftlich aktuell wenig lukrativ. Weltweit werden heute weniger als fünf Prozent der Lithium Ionen Batterien rezykliert
Zudem fehlen in Europa schlichtweg die finalen Verarbeitungsanlagen. Wenn Betriebe wie Librec die Batterien schreddern, entsteht die sogenannte Schwarzmasse (siehe Bild oben). Diese enthält wertvolle Metalle wie Kobalt, Nickel und Lithium. Doch weil die lokalen Kapazitäten zur Weiterverarbeitung fehlen, muss diese Schwarzmasse unter strengen Auflagen als Gefahrengut ins Ausland transportiert werden. Das ist weder ökologisch sinnvoll noch wirtschaftlich nachhaltig.
Unabhängigkeit sichern: Vorhandene Ressourcen statt neue Importe aus China
Praktisch alle neuen Batteriezellen stammen heute aus China. Wenn wir die Energiewende ernst nehmen, dürfen wir nicht den Fehler machen, uns aus der alten Abhängigkeit von den Ölscheichs direkt in eine neue Abhängigkeit von China zu begeben. Tatsache ist, dass wir in Europa bereits unzählige Batterien in Elektroautos auf unseren Strassen haben. Bis zum Jahr 2030 werden rund zwei Millionen Tonnen ausrangierte Fahrzeugbatterien anfallen. Diese gewaltigen lokalen Ressourcen müssen wir intelligent weiternutzen, anstatt blind immer neues Material aus Übersee zu importieren.
Die bodenständige Lösung: 15 Jahre mehr Lebenszeit mit modual
Unsere Gründer Philipp Strüby und Christoph Fässler haben dieses enorme Potenzial früh erkannt. Sie sahen, dass intakte Batteriezellen aus Fahrzeugen weggeworfen wurden, obwohl diese im Durchschnitt noch eine Restkapazität von 80 Prozent aufweisen. Anstatt intakte Ressourcen in einen ineffizienten Recyclingprozess zu geben, schenken wir ihnen ein zweites Leben.
Mit unserer eigens entwickelten Zeta Technologie und dem massgeschneiderten Batteriemanagementsystem (BMS) verwandeln wir diese Zellen in skalierbare und intelligente Energiespeicher. Ein Speicher wie die modual series pro verleiht den Batterien zusätzliche 10 bis 15 Jahre Lebensdauer im Gewerbebetrieb oder in der Industrie. Das ist gelebte Kreislaufwirtschaft, die Ressourcen schont und Abfall drastisch reduziert. Weitere Details zu diesem Kraftpaket finden Sie auf der Produktseite unserer series pro.
Keine Sorgen am Ende der Lebensdauer: Abholung per Lastwagen
Wir lassen unsere Kunden auch nach diesen 15 Jahren nicht allein. Wer einen grossen Gewerbespeicher betreibt, möchte sich nicht um den komplizierten Abtransport kümmern müssen. Darum ist unser Konzept für Anlagen in der Grösse der series pro ganz simpel gehalten.
Direkte Abholung: Wenn der Speicher das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat, fährt ein Lastwagen für die Abholung direkt bei Ihnen vor.
Fachgerechter Transport durch Partner: Wir führen den Transport nicht selbst durch, sondern setzen auf ein etabliertes Netzwerk. Organisationen wie INOBAT bieten professionelle Transportlösungen an, bei denen spezialisierte Logistiker die sichere Verladung der schweren und unhandlichen Module übernehmen.
Saubere Übergabe: Diese Partner bringen die Zellen auf direktem Weg zu Schweizer Verwertern, damit die Rohstoffe ordnungsgemäss in den Kreislauf fliessen können.
Echte Verantwortung für die Zukunft
Wir wissen, dass Innovation der Schlüssel zu echter Nachhaltigkeit ist. Der direkte Weg ins Recycling ist bei Autobatterien aktuell eine Verschwendung von enormem Potenzial. Mit unseren intelligenten Speichersystemen überbrücken wir genau die Jahre, in denen die Recyclinginfrastruktur in Europa hoffentlich endlich sinnvoll ausgebaut wird. So machen wir gemeinsam das absolut Beste aus dem, was bereits vorhanden ist und leisten einen greifbaren Beitrag für eine grünere Zukunft.








